Regensburg Marathon 2015

Regensburg-Marathon-Ziel

Am 17.05. war es soweit, Marathon Nummer 2 wartete auf mich. Nach meinem vergurkten Marathon 1 (München 2014, 4:04) den ich Aufgrund von Pflasterarbeiten rund ums Haus mit zu wenig Umfangskilometer und mit einem Hexenschuss im letzten Jahr angetreten bin. Eigentlich hatte ich mir nach dem langen Leiden geschworen nie wieder, aber nach 2 Wochen war alles vergessen. Somit beschloss ich einen Frühlingsmarathon zu bestreiten. Und diesmal wollte ich von Anfang an alles richtig machen. Also startete ich am 27.10.2014 mit einen Greifplan in die Marathonvorbereitung. Dies wurde mein erster Winter den ich ohne Pause durchlief. Ab Ende Dezember wurde jeden Samstag die 35km gelaufen, somit bin ich bis zum 17.5. auf insgesamt 20 lange Läufe gekommen und hatte damit ca 1400 Trainingskilometer hinter mir. Am 23.3. ging es dann in die direkte Vorbereitung auf den Regensburg-Marathon, mit den bekannten extensiven Dauerläufen mit Endbeschleunigung. Am 19.4. stand dann der HM-Überprüfungslauf an, den ich mit einer persönlichen Bestzeit von 1:33 meisterte. Damit war ich überzeugt dass ich die 3:18 im Marathon schaffen würde. Somit startete ich am 17.5. um 8:30 in Regensburg frohen Mutes um eine Zeit Sub 3:20 zu laufen. Der Start ist mit den HM-Läufern gemeinsam und ich konzentrierte mich ganz darauf in dem Marathontempo von 4:45 zu laufen. Um nicht von GPS (Stadt) abhängig zu sein, hatte ich mir die Marathontaktik von Greif als Armband an den rechten Arm geklebt. Dies funktionierte sehr gut und ich kontrollierte am Anfang jeden km gegen die Laufzeit, Es war einiges Los auf der Laufstrecke, denn es waren ca. 3.500 HM Läufen und ca 500 Marathonläufer. Dadurch musste ich ein paar Getränkestationen auslassen, da mir einfach zu viel Gedränge war und ich keinen Sturz provozieren wollte. Es war auch nicht zu warm (ca 14°) und nachdem ich die langen Läufe ohne Getränk absolviert habe, machte ich mir keine weiteren Gedanken darüber. Nach 8km ging es in ein trostloses Industriegebiet das zum krönenden Abschluss auf einer Continental Teststrecke für Autos endete. Als Läufer fand ich das ziemlich öde. Im Anschluss daran ging es auf einer sehr langen gerade wieder zurück in die Innenstadt. Hier waren dann auch ein paar Zuschauer, die die Läufer anfeuerten.  Bis hier lief alles entspannt für mich, es fühlte sich sehr locker an. Ab km 16 hieß es für mich das Tempo etwas anziehen, da laut Greif Taktikplan für die nächsten 10 km das Tempo 5 Sekunden unter den Durchschnittstempo liegen soll. Kurz vor der HM Distanz hieß es dann Abschied nehmen, die HM Läufer bogen in das Ziel ein und die Marathonläufer starteten auf die 2. Runde. Nach dem Ende der 10 km Steigerung hatte ich ca. 1 Minute Zeitvorteil gegenüber meiner Marschtabelle und nahm dann so bei ca. km 26 mein erstes Gel zu mir da nun die Beine langsam schwer wurden. Nun konnte ich etwas Tempo rausnehmen, um auf die geplanten 4:41 zu kommen. Ab jetzt wurde es ziemlich schwer da kaum Läufer sichtbar waren und mein Tempo pendelte sich bei 4:45 ein. Irgendwie war auf einmal die Motivation weg, in den langen Läufen konnte ich mich immer motivieren Tempo zu machen. Ich hatte heute scheinbar meinen Willen vergessen mich zu quälen. Die trostlose Strecke tat ihr übriges dazu. Bei km 30 war ich zwar laut dem Taktikplan noch immer im soll, aber das Tempo war mittlerweile bei 4:50. Als es Richtung Innenstadt zurück ging, konnte ich zwar ein paar Läufer überholen, aber das Tempo war mittlerweile bei einer Pace von 5:00 angelangt. Ab Km 38 merkte ich im linken Unterschenkel wie dieser immer mal wieder verkrampfte. Dies wurde mal besser, mal schlechter. Kurz vor km 42 war es dann ganz schlimm und ich musste stehenbleiben um den Muskel etwas zu dehnen. Gleich darauf kam ein Zuschauer zu mir und meinte komme noch 500 Meter und Du hast es geschafft, ich erklärte Ihm das ich einen Krampf habe und lief dann aber auch gleich weiter. Ich war nun heilfroh als ich die Ziellinie bei einer Zeit von 3:23 überlief. Ich dehnte meinen Unterschenkel ausgiebig und  es wurde besser. Im Zielbereich nahm ich erstmal ein Iso-Getränk und ein Cola zu mir und so langsam ging es mir wieder besser. Ich traf dann noch auf einen Läufer mit dem ich eine Zeitlang gemeinsam gelaufen bin und unterhielt mich mit Ihm. Es war zufällig auch ein Greifianer mit der gleichen Tempovorgabe von 3:18 wie ich, er hatte es auch nicht geschafft, war sogar noch 2 Minuten langsamer. Wir unterhielt uns noch über das Greiftraining bevor ich mich dann verabschiedete und meinen Kleiderbeutel holte. Ich nahm dann noch eine Paste (Gutschein) zu mir und machte mich dann auf dem Weg zum Auto. Auf dem Weg zum Auto wurde ich angesprochen ob ich nicht Lust hätte in 2 Wochen in Augsburg an einen 30km Lauf teilzunehmen. Ich lehnte dankbar ab, in dem ich erklärte das ich gerade den Marathon hinter mir habe und mir es erstmal reicht. Das stieß auf Verständnis und mir wurde Angeboten dass er mich zu meinem Auto bringt. Scheinbar muss ich ziemlich fertig ausgesehen haben. Aber auch dieses Angebot lehnte ich dankbar ab und ging weiter meines Weges. Auf der Autofahrt nach Hause, lies ich mir das Rennen nochmal durch den Kopf gehen und ärgerte mich über mich selbst dass ich keinen Kampfeswille gezeigt habe. Als Erfahrung daraus habe ich gelernt, das eben nicht nur ein gut trainierter Körper zu einem Marathonrennen gehört, sonder ebenso auch mentale Stärke.

Regensburg_Marathon

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